Sozialraum Schule

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Sozialraum Schule

Wählergemeinschaft Porta
Veröffentlicht von Dietmar Lehmann in Fraktion · 25 Juni 2022
Stadtentwicklung und Bildungspolitik müssen eng verknüpft werden!

 
Die Erneuerung und Weiterentwicklung der Grundschule Neesen zählt gegenwärtig zu den vordringlichen Aufgaben der Stadt Porta Westfalica. In der aktuellen Diskussion um einen möglichen Standort für einen Schulneubau, sollte allerdings nicht übersehen werden, welche Bedeutung eine leistungsfähige und gut ausgestattete Schule für ein besonders benachteiligtes Quartier haben kann.  

 
Gerade weil Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen - neben anderen Faktoren – auch von der Sozialstruktur des Wohnumfeldes abhängen, stellen Schulen eine wichtige Ressource zur Überwindung struktureller und individueller Benachteiligungen dar und sind wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Quartiersentwicklung. Dort wo leistungsfähige Bildungseinrichtungen fehlen, ist es erheblich schwieriger, dauerhafte Impulse für die soziale Stabilisierung und Entwicklung in solchen Stadtvierteln zu setzen. Mit Ganztagsschulen und lokalen Bildungslandschaften sind darüber hinaus neue Möglichkeiten entstanden, Schulen für Quartiersaktivitäten zu öffnen und andererseits Stadtquartiere für mehr schulische Aktivitäten zu erschließen. Neben der Schaffung anregender Lern- und Lebensumgebungen für Kinder und Jugendliche geht es u.a. um Fragen der sozialräumlichen Vernetzung, um die Einbeziehung der Eltern in die Gestaltung von Schule oder um die Stärkung ihrer Erziehungs- und Bildungskompetenz. Dem Zusammenwirken von Schule und Jugendhilfe wird dabei im Rahmen der Sozialraumorientierung eine hervorgehobene Bedeutung zugemessen. Die Forderung nach der sozialräumlichen Öffnung von Schulen ist daher mittlerweile Bestandteil in vielen Leitlinien zum Schulbau. Schulentwicklung und Quartier bzw. Stadtentwicklung sollten daher immer zusammengedacht werden.
 

Der Sozialraum Schule spielt auch in den integrierten Handlungskonzepten der Städtebauförderung in Nordrhein-Westfalen eine zunehmend wesentliche Rolle. Systematische Zusammenhänge zwischen Bildung, sozialer und ethnischer Integration sowie dem gebauten Lebensumfeld wurden empirisch bereits belegt. Es gilt daher, Potenziale und Ressourcen von Schulen in sozialen Brennpunkten zur Überwindung individueller und kollektiver Benachteiligungen zu erkennen und nachhaltig zu fördern. Neben der Entwicklung eines zeitgemäßen pädagogisch-räumlichen Konzepts sollte daher gemeinsam darüber gesprochen werden, welchen Stellenwert das Handlungsfeld Bildung künftig im Quartier Georg-Rost-Str. einnehmen soll. Der Ansatz, die Funktion Schule enger mit dem Stadtteil zu verknüpfen, um neue Synergien entstehen zu lassen, sollte daher auch Bestandteil des integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts - Lerbeck - Bereich Georg-Rost-Straße - sein, um sozialräumliche Defizite abzubauen und individuellen Benachteiligungen entgegenzuwirken. Das städtebauliche Entwicklungskonzept benennt nicht nur wichtige Handlungsfelder zur Gestaltung des Quartiers, sondern schafft evtl. zugleich die Voraussetzung für zusätzliche Förderkulissen. Der Neubau einer Grundschule in Anbindung an ein Stadtquartier mit besonderen Erneuerungsbedarf sollte daher als Chance begriffen werden.

 
Dietmar Lehmann


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