WP übt deutliche Kritik an CDU und SPD
WP übt deutliche Kritik an CDU und SPD
Porta Westfalica, 10.
November 2025.
In der konstituierenden
Ratssitzung ist der Vorsitz des Ausschusses für Bildung, Soziales,
Sport und Kultur per Los an die AfD gegangen. Das ist formal möglich,
politisch jedoch verfehlt und vermeidbar. CDU und SPD hätten mit
ihrer Mehrheit eine andere Lösung organisieren können.
Was passiert ist
Mangels Einigung über die
Verteilung der Ausschussvorsitze griff das Zugreifverfahren
(d’Hondt). Beim Bildungsausschuss kam es zum Patt; deshalb wurde
gelost. Ergebnis: Die AfD stellt den Vorsitz.
Warum das problematisch
ist
Die oft beschworene
Brandmauer von CDU und SPD hält einer Belastungsprobe nicht stand.
Das Verfahren hat Prioritäten offengelegt: Die AfD markierte den
Bildungsausschuss früh als zentrales Ziel. Statt Verantwortung zu
übernehmen, ließen die großen Fraktionen den Ausgang dem Zufall.
Für das sensibelste Fachgremium der Stadt ist das politisch
verfehlt.
Was wir getan haben –
und wie es weitergeht
Unmittelbar nach
Bekanntwerden des AfD-Anspruchs haben wir unser Veto eingelegt und
den 1/5-Widerspruch gegen einen einheitlichen Vorschlag zu den
Vorsitzen angestoßen – Transparenz statt Hinterzimmer. Im
Ausschuss arbeiten wir sachlich und verlässlich: für gute Räume
und Ausstattung, starken Ganztag und respektvolle Zusammenarbeit.
Symbolpolitik auf dem Rücken der Bildung machen wir nicht mit.
Zur Einordnung
(Vorsitze)
Entweder es gibt eine
Einigung der Fraktionen (sofern nicht mindestens ein Fünftel des
Rates widerspricht), andernfalls greift d’Hondt; nur
bei Gleichstand entscheidet das Los.
Vorsitzende müssen Ratsmitglieder des jeweiligen Ausschusses sein.
Worum es fachlich geht
Der Ausschuss setzt
Leitlinien für Bildung, Soziales, Sport und Kultur: Schulentwicklung
und Schulbauten, Ausstattung und Betreuungsangebote, Entsendungen in
Schulkonferenzen (u. a. bei Schulleitungswahlen), Planung und
Förderung von Sportstätten sowie Kulturförderung und
Ortsheimatpflege.
Warum uns das besonders
verpflichtet
Der Ausschuss trägt
besondere Verantwortung für eine demokratische, plurale und
inklusive Bildungspolitik. Der Vorsitz prägt Moderation, Ton und
Arbeitsweise des Gremiums, koordiniert die Zusammenarbeit und ist
Ansprechpartner für Träger und Verbände – mit hoher symbolischer
Wirkung. Viele Akteurinnen und Akteure der Jugend- und Bildungsarbeit
werten die Entscheidung als bedenkliches Signal. Für die WP ist
klar: Keine schleichende Normalisierung von Kräften, die
demokratische Grundprinzipien relativieren. Wir stehen für eine
offene, respektvolle und faktenbasierte Bildungskultur, die Vielfalt
ermöglicht, Benachteiligungen abbaut und Ausgrenzung entschieden
entgegentritt.
Warum das jetzt zählt
– Signalwirkung für den Bildungsbereich
Bildung ist Schlüssel zu
demokratischen Werten, Weltoffenheit und kritischem Denken. Wenn
große Fraktionen den Vorsitz nicht übernehmen – obwohl sie es
könnten – und ihn der AfD überlassen, ist das das falsche Signal.
Bildung braucht Mehrheiten und Verantwortung,
nicht Losglück. Daran werden wir die großen
Parteien künftig messen.