Ärztehaus Holzhausen - ja, aber mit Augenmaß!
Veröffentlicht von Susanne Korff in WIP · 19 Juni 2025
Ärztehaus Holzhausen - ja, aber mit Augenmaß!
Von Susanne KorffWir als
Wählergemeinschaft Porta e.V. begrüßen es ausdrücklich, dass
Ärztinnen und Ärzte in Holzhausen endlich in moderne, funktionale
Räumlichkeiten umziehen können. Gute medizinische Versorgung
braucht zeitgemäße Standards — daran darf kein Zweifel bestehen.
Wir sind auch nicht von
gestern. Natürlich entwickeln sich Ortschaften weiter und Baustile
verändern sich. Niemand erwartet, dass ein neues Gebäude heute noch
aussieht wie vor 50 oder 100 Jahren. Es wäre falsch, alles Neue
grundsätzlich abzulehnen.
Aber: Es geht um die
Maßstäblichkeit. Gerade an einem sensiblen Punkt wie dem Holzhauser
Kreisel muss ein so markantes Gebäude sich in Höhe und Volumen ins
Ortsbild einfügen. Ein mehrgeschossiger Baukörper, der realistisch
über 16 Meter Höhe erreichen könnte, ist kein Detail. Er prägt
den Ort für Jahrzehnte.
Und wir haben Fragen, die viele
Bürger bewegen:
• Wenn alle bestehenden
Praxen umziehen — bleiben dann an anderer Stelle leerstehende
Häuser zurück?
• Entstehen dort dann dringend
benötigte Wohnungen, oder droht neuer Leerstand?
• Wird unter dem
emotional aufgeladenen Begriff ‚Ärztehaus‘ nicht zugleich ein
großer Nahversorger gebaut, der wiederum neue Versiegelung bedeutet
und bestehende Standorte unter Druck setzen kann?
Natürlich wollen die
Holzhauser ihren Hausarzt behalten — dafür setzen auch wir uns mit
aller Kraft ein. Aber echte Daseinsvorsorge heißt auch, ehrlich zu
planen: wohnortnah, maßvoll und so, dass keine Bauruinen an anderer
Stelle entstehen.
Wir können nicht einfach zustimmen,
ohne die Nebenwirkungen zu bedenken.
Der jetzt gefasste
Aufstellungsbeschluss ist nur der erste formale Schritt im gesamten
Verfahren. Er eröffnet das öffentliche Bebauungsplanverfahren. In
den nächsten Monaten werden Gutachten erstellt, Varianten geprüft
und die Bürger sowie Fachbehörden beteiligt.
Erst am Ende dieser
Beratungsfolge entscheidet die Politik verbindlich, ob und wie gebaut
wird.
Deshalb fordern wir:
-> Maßvolle Höhe und Gestaltung,
passend zum Ortsteil
-> Eine faire Prüfung aller
Alternativen
-> Einen klaren Plan, wie
freiwerdende Räumlichkeiten künftig genutzt werden
Wir wollen keinen
Stillstand — sondern eine ortsverträgliche Weiterentwicklung, die
wirklich alle mitnimmt.